Studieren neben dem Beruf

Von: prigo am 24. Juni 2010

Die Welt dreht sich immer weiter. Die Komplexität und Vielseitigkeit nimmt in vielen Berufen immer weiter zu. Aus dem einfachen Hausmeister ist ein Facility – Manager geworden, der sich mit Klimaschutzbestimmungen, Energieeffizienzen und Wärmedämmungen auskennt. Auch könnte dieser sich zum Gebäudetechniker weite- oder ausbilden lassen. Die Akademisierung vieler Berufsfelder ist schon weit fortgeschritten und wird auch weiterhin voranschreiten. Dieser Trend kann unter anderen als Folge von Rationalisierungs- und Synergieeffekten gesehen werden. Beispielsweise werden durch Zusammenlegung bestimmter Arbeitsbereiche und Stellen teilweise Wissenslücken in Kauf genommen, um das Einsparpotential zu erwirtschaften. Diese Wissenslücken könnten expost durch den Arbeitgeber per Investitionen in Ausbildung des vorhandenen Personals nachträglich revidiert werden. So suchen förmlich vermehrt Unternehmen nach fachspezifischen Möglichkeiten, des dualen Arbeitsverhältnisses mit Arbeitnehmern, die ihr Know-how im Sinne des Unternehmens erweitern möchten.

Theorie und Praxis

Eine Angebotssteigerung der Aus- und Weiterbildungsinstituten, die unternehmensgerechte Lernsituationen und Studienphasen z.B. in einem Fernstudium anbieten, ist auch zu erkennen. Nicht selten werden sogar ganze Unterrichtseinheiten kurzfristig im eigenen Unternehmen, wenn nicht sogar im eigenen Büro, abgehalten und spontan zwischen zwei Termine verschoben, da zufällig ein anderes Meeting ausgefallen ist. Bei Großkonzernen, die diese Art von Investitionen in das Humankapital kontinuierlich bzw. dauerhaft anbieten und ihr Risiko minimieren möchten, haben damit begonnen die pädagogischen Aktivitäten in das Unternehmen zu integrieren und einzugliedern. Einfachstes Beispiel ist ein technisches Unternehmen, deren Arbeitsumfeld und standardmäßiges Know-how sich fortlaufend aktualisiert und in dem immer neue Innovationen entstehen. Etabliert sich dann ein neues System oder Programm, kann oder müssen die Arbeitgeber handeln und Umschulungen und Studien für die Arbeitnehmer anbieten, um Wettbewerbsnachteilen aus dem Weg zu gehen.
Dass der Arbeitnehmer sich in einem Unternehmen befindet, dessen Entscheidungsträger in Know-how investieren wollen, oder dessen Unternehmensumfeld es quasi verlangt, ist aber eher die Ausnahme denn die Regel. Diejenigen, die sich für ein richtiges Studium neben dem Beruf entscheiden, nehmen einen erheblichen Zeit- und Mehraufwand in Kauf, ohne dabei seitens des Arbeitgebers einen Ausgleich zu erhalten. Es empfiehlt sich daher ein Studium neben einer geregelten beruflichen Tätigkeit möglichst früh zu beginnen. Bei fortschreitendem Alter ändern sich die Lebensumstände eher dahingehend, dass durch Kinder beispielsweise die notwendige Zeit für das Studium sich weiter verringert. Auch nimmt die Lernfähigkeit, Motivation und auch die Ausdauer für ein Studium vergleichsweise eher ab als zu, je älter man wird.

Der beste Zeitpunkt

Die Kombination für ein Studium neben dem Beruf lässt sich am Besten in Zeiten der Ausbildung zum Beruf oder im zeitnahen Abstand danach realisieren. Viele Ausbildungsgänge sind auf diesen dualen Arbeitslehrweg bereits zugeschnitten und werden seitens der Wirtschaft und Praxis sehr begrüßt und adaptiert. Wenn der Ausgleich zwischen Theorie und Praxis stimmt erhalten nämlich die Arbeitgeber, weder einen Studenten, der keine Praxiserfahrungen hat, noch ein Arbeitnehmer ohne akademische Ausbildung, sondern beides. Dieser enorme Humanzuwachs ist es dann auch den Unternehmen Wert auf den Studenten in der Zeit des Studium am Arbeitsplatz zu verzichten. In sogenannten Blockzeiten wird dann eine zeitliche Balance zwischen Studium und Arbeit gesucht, um eine möglichst effiziente und effektive Ausbildung zu ermöglichen. Die Bewerber sollten sich aber auf zwei Dinge einstellen. Erstens auf einen harten Konkurrenzkampf um die wenigen vergebenen Plätze seitens des Unternehmens und zweiten auf einen höheren Leistungsdruck. Dann nämlich, wenn bei Hochschulen die Semesterferien beginnen, fängt für sie das Arbeiten erst richtig an.

Hier erfahren Sie mehr zum Thema systemische Ausbildung. Informationen zum intensiven Ausbildungsprogramm zum Businesscoach.

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