Journalismus studieren
Journalismus wird neben Mediendesign, -technik, -wirtschaft, -informatik, sowie Public Relation und Kommunikationswissenschaften mit zu den Medienstudiengängen gezählt. Die Hauptfragen dieses Studiums sind in vielen anderen Studiengängen der Medienwissenschaft identisch: Was sind Nachrichten? Wie entwickeln sie sich und wie werden Medien dafür eingesetzt?
Journalistik wird umgangssprachlich als die Herstellung von Medieninhalten für die verschiedenen Medien beschrieben, welche sich natürlich in Form und Niveau sehr wohl stark unterscheiden kann. Wen die journalistische Monotonie und die gehemmte Kreativität in Boulevardblättern nicht zu Höchstleistungen anspornen, den bieten die vielseitigen Einsatzgebiete für Journalisten durchaus attraktive Möglichkeiten. Neben Print, Hörfunk, Verlagen und Fernsehen ist das Medium Internet immer offen für neue innovative Ideen. Wie hart und unangenehm Journalismus sein kann, wird uns am Beispiel China tagtäglich vor Augen gehalten. Recherchen, Verarbeitung und Veröffentlichung bei den journalistischen Kollegen aus dem Reich der Mitte, beanspruchen nicht nur uneingeschränkte Leidenschaft für den Beruf, sondern auch eine gehörige Portion Mut, gefestigte Ideal und ein überdurchschnittliches Durchsetzungsvermögen.
Studienaufbau
Das Bachelorstudium ist auf acht Semestern Regelstudienzeit zurechtgeschnitten und meist mit einem Volontariat oder ein anschließenden Aufbaustudium verknüpft. Da das Angebot bekanntlich geringer ist als die Nachfrage, selektiert ein meist hoher Numerus Clausus (NC) zuvor die Bewerber. Bei der Universität Dortmund liegt er zum Beispiel zwischen 1,2 und 1,4. Vorlesungsinhalte basieren auf der einen Seite stark mit praktischen Erfahrungen und Kenntnissen der Professoren und Dozent und auf der anderen Seite legt jede Hochschule unterschiedliche Schwerunkte auf theoretische Aspekte. Beispiele hierfür sind unter anderem Organisation und Entwicklung von verschieden Medien oder aber auch vermehrt Bereiche aus angrenzenden sozialwissenschaftlichen Studiengängen. Im Hauptstudium kann viertiefenden ein oder mehrere Nebenfächer belegt werden. Eignen tun sich hier unter anderem Politologie oder Germanistik, wobei grundsätzlich jedes Interessensgebiet als zukünftige Spezialisierung denkbar wäre. Es empfiehlt sich vor Studienbeginn präventiv selber herauszufinden, ob journalistische Aktivitäten überhaupt den Vorstellungen entsprechen, bzw. ob diese mit einem gewissen Spaßfaktor einhergehen. Vor Studienbeginn (besser vor der Bewerbung) sollte also zumindest ein Praktikum in einer Redaktion absolviert worden sein. Auch erste Erfahrungen in Form von Mitarbeitertätigkeiten bei Zeitungen oder Verlagen könnten einen Fehler vermeiden, der einen unnötig viel Zeit und Geld kosten könnte. Ausbildungswege existieren nämlich für diesen Beruf in großer Anzahl. Journalismus ist einer der wenigen qualifizierten Berufsarten für den es keine Ausbildungsvorschriften gibt!
Trotz düsterer Aussichten heiß begehrt
Über ein Drittel der Abituren gibt auf die Frage zukünftiger Berufsfelder die Antwort: „Irgendetwas mit Medien.“, ohne sich im Klaren darüber zu sein, welche Möglichkeiten sich auf diesen Gebiet tummeln, welche Voraussetzungen man mitbringen sollte und wie genau eine entsprechende Ausbildung aussieht. Nicht alle können zum Auslandskorrespondenten von ARD, ZDF, RTL & Co werden und nach Kalifornien oder Australien versetzt werden. Laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit stieg die Zahl von Journalisten in Deutschland in den letzten zehn Jahren von 54.000 auf rund 61.000, wobei grob nur die Hälfte überhaupt eine Festanstellung besitzt und ca. 10.000 davon zurzeit arbeitslos sein sollen. Das schreckt aber den jungen Schulabgängern nicht ab jedes Jahr ein hohes Interesse bei jeweiligen Universitäten und Hochschulen an den Studiengängen zu zeigen. In Hamburg kamen letztes Semester beispielsweise auf 30 Hauptfach-Studienplätze umgerechnet 500 Bewerber.
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